DE | EN

        FACHBEREICHE >> INTERNATIONALER HANDEL & TRANSPORT
Die neue ADSp

Am 14.12.2015 veröffentlichte der DSLV (Deutsche Speditions- und Logistiker Verband) seine neuen allgemeinen Spediteursbedingungen 2016. Erstmals seit 90 Jahren werden die ADSp vom Speditionsverband alleine und nicht gemeinsamt mit den Verladerverbänden herausgegeben. Die bisherige Einstufung der ADSp als Handelsbrauch durch den Bundesgerichtshof beruhte entscheidend auf der gemeinsam vom DSLV und den Verladerverbänden heraus gegebenen ADSp. Der BDI hat nunmehr die „DTBL“ (Deutsche Transport- und Lagerbedingungen) als eigenes Bedingungswerk herausgegeben. Es ist jedoch eher zu erwarten, dass sich die ADSp 2016 durchsetzen werden, zumal die DTLB in der Regel nicht von den standardmäßigen Haftpflichtpolicen der Logistikbranche abgedeckt sein wird. Es bleibt abzuwarten, ob die Gerichte die ADSp als allgemeine Geschäftsbedingungen anerkennen werden. Jedenfalls ist darauf zu achten, dass die Einbeziehung der ADSp 2016 oder der DTLB ordnungsgemäß erfolgt, insbesondere im Hinblick auf Rahmenverträge.

Änderungen in der Haftung

In der alten Fassung der ADSp war die Haftung grundsätzlich auf € 5,00 pro Kg begrenzt. Die Haftung wird jetzt grundsätzlich auf 8,33 Son­der­zie­hungs­rech­te (SZR) erhöht. Da der Spediteur über Selbsteintritt oder als Fixkostenspediteur bei 95 % der Fälle wie ein Frachtführer mit 8,33 SZR haftet, hat dies in praxi kaum Auswirkungen.

Lagerhaftung

Anders ist dies im Bereich der Lagerhaftung. Bei Einlagerung oder rein speditionellen Tätigkeiten verdoppeln sich die Haftungshöchstgrenzen. Bei verfügter Ladung wird die Haftung von € 5.000,00 auf € 25.000,00 je Schadensfall angehoben. Außerdem wir im Lagerbereich die Wertdeklaration verankert; in der Folge kann der Auftraggeber die Haftung auf € 50,00 / Kg oder € 10.000,00 pro Packstück erhöhen.

Gestaffelte Lkw-Standgelder

Nach der neuen ADSp beträgt die maximale Be- und Endladezeit zwei Stunden. Ist dies vertraglich nicht anders geregelt, kommt bei Überschreiten aus Gründen, die nicht im Risikobereich des Spediteurs liegen, ein angemessenes Standgeld in Betracht. Dies ist gestaffelt nach Europallettenstellplätzen bzw. umzuschlagendem Gewicht.

Jürgen F. Berners
Fachanwalt für Steuerrecht und Arbeitsrecht
Referat Internationaler Handel & Transport